Tasse Cappuccino auf einem Tisch, daneben eine aufgeschlagene Zeitung.

Gesundheitsleistungen werden zum strategischen Benefit für Arbeitgeber

  • Prävention wird wirtschaftlicher Erfolgsfaktor
  • Unternehmen setzen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement zunehmend auf besseren Zugang zu Versorgung

Frankfurt am Main, 30. Juli 2026.

Gesundheitsleistungen gewinnen als betriebliche Benefits weiter an Bedeutung. Nach Einschätzung von MRH Trowe verschiebt sich der Fokus im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Arbeitgeber wollen ihren Mitarbeitenden nicht mehr nur zusätzliche Leistungen finanzieren, sondern ihnen vor allem den Zugang zu medizinischer Versorgung erleichtern.

„Wir beobachten beim betrieblichen Gesundheitsmanagement einen klaren Trend: Über zusätzliche Versicherungsleistungen hinaus ist konkrete Unterstützung im Versorgungsalltag gefragt“, sagt Sandra Mekler, Managing Partner bei MRH Trowe Benefits Brokers. „Es geht zunehmend darum, Hürden abzubauen – etwa bei der Terminvereinbarung, beim Zugang zu Fachärzten oder bei der Orientierung im Gesundheitssystem. Diese Hürden wird auch die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung nicht beseitigen.“

MRH Trowe begleitet rund 20.000 Unternehmen im Bereich Benefits und unterstützt damit Lösungen für insgesamt fast eine Million Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Einen deutlichen Wandel nehmen die Experten beim Thema Vorsorge wahr. Angebote seien grundsätzlich vorhanden, würden aber nicht konsequent genutzt. Der Grund liege nicht allein in mangelnder Motivation oder Verdrängung. Häufig erschwerten auch lange Wartezeiten, komplizierte Prozesse, Fachärztemangel und unklare Zuständigkeiten den Weg zur passenden Versorgung. „Der Fokus verschiebt sich von der Finanzierung zur Aktivierung“, sagt Mekler. „Wer Prävention stärken will, muss nicht nur Leistungen bereitstellen, sondern den Zugang dazu einfacher machen.“

Dass hier eine erhebliche Lücke besteht, zeigen aktuelle Erhebungen: Nach einer aktuellem YouGov-Studie im Auftrag von Doctolib halten zwar 84 Prozent der Deutschen Vorsorgeuntersuchungen für wichtig, doch weniger als die Hälfte nimmt entsprechende Angebote regelmäßig wahr. Jeder vierte Deutsche geht gar nicht zur Vorsorge. Gleichzeitig steigt der wirtschaftliche Handlungsdruck. Laut Robert-Koch-Institut erkranken in Deutschland jährlich mehr als eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Jede sechste Frau und jeder siebte Mann erhält die Diagnose bereits vor dem 65. Lebensjahr, also noch während der Erwerbstätigkeit. Für Unternehmen sind die Folgen spürbar. Krebserkrankungen und andere schwere Erkrankungen führen häufig zu langen Ausfallzeiten. Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen machen zwar nur einen kleinen Teil aller Krankmeldungen aus, verursachen aber einen erheblichen Anteil der gesamten Fehltage, wie Gesundheitsreports von Krankenkassen aufzeigen.

„Für Arbeitgeber geht es deshalb nicht allein um Mitarbeiterbindung, sondern auch um Risikomanagement“, sagt Sandra Mekler. „Steigende Krankenstände, psychische Belastungen, Fachkräftemangel und eine alternde Gesellschaft machen Gesundheit zu einem wirtschaftlichen Faktor. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen spüren Ausfälle oft unmittelbar.“

Neue Versorgungskonzepte setzen genau an den strukturellen Schwachstellen an und erweitern klassische Benefit-Programme um einen praktischen Versorgungsnutzen. Dazu gehören unter anderem digitale Terminservices, Facharztvermittlungen, telemedizinische Angebote, Vorsorge-Checks, Zweitmeinungsservices und Gesundheitsbudgets. So bietet MRH Trowe mit „CancerSecure“ ein Programm, das bei einer Krebserkrankung die bestmögliche Behandlung gewährleistet, mit Zugang zu personalisierter Präzisionsmedizin und einem weltweiten Netzwerk von Spezialisten. Damit erhalten Beschäftigte dort Unterstützung, wo das Gesundheitssystem im Alltag häufig als schwer zugänglich erlebt wird. Für Unternehmen bietet das die Chance, Ausfallzeiten zu reduzieren und ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu stärken.

„Viele Erkrankungen nehmen nicht deshalb einen schweren Verlauf, weil es keine Behandlungsmöglichkeiten gäbe, sondern weil sie zu spät erkannt werden“, sagt Mekler. „Prävention ist deshalb nicht länger reine Privatsache. Wer Gesundheit im Unternehmen ernst nimmt, sollte niedrigschwellige Zugänge schaffen.“

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